Menschen, die so tun als ob, erleben Performance und es könnte gut sein, dass du mehr Performance erlebst, als du denkst. Es gibt zwei Arten von Menschen, die sich überhaupt Gedanken über Partnerschaft machen.
Die einen machen sich keine Gedanken über wahre Partnerschaftskunst. Sie leben so, wie sie geprägt worden sind, nennen es Liebe, doch oft ist es Gewohnheit, Apathie oder Ablenkung.
Und dann gibt es diejenigen, die eine grosse Geschichte daraus machen. Verführung. Sexiness. Femininität. Maskulinität.
Wir denken an Nervensysteme. Daran, geliebt und begehrt zu werden. Daran, was Menschen in unserem Feld fühlen und wie wir sie durch unsere Art, unsere Stimme und unsere Sprache fühlen lassen. Wir denken, dass wir auf bestimmte maskuline oder feminine Eigenschaften stehen. So suchen wir nach Präferenzen und Selbstbildern. Entweder ist man rebellisch oder sexy. Oder man ist bescheiden, minimalistisch, vernünftig und privat. Alles ist schwarz. Alles ist beige. Alles ist yogamässig. Oder mit wallenden Haaren.
Und ohne es zu merken, verstecken wir uns hinter Selbstbildern.
Meine Erfahrung ist: Wenn wir den Mut haben, all das wegzulassen, geschieht etwas sehr Interessantes.
Eine bewusste Beziehungs- oder Partnerschaftskultur bedeutet nicht, etwas zu kreieren, damit es schön wird, sexy wird, reich wird, erfüllend wird, orgastisch wird oder ekstatisch wird.
Wenn wir die Angst annehmen können vor dem, was geschieht, wenn wir keine Präferenzen mehr haben, keine Bilder mehr und keine Fixierung auf diese biologische Ebene, auf die Psychologie der Verführung, der Werbung und all das – wenn wir den Mut haben, das abzulegen und einfach dazustehen.
Aber auch das ist wieder ein Wort, mit dem wir etwas assoziieren. Es ist schwierig, das präzise zu benennen.
Wenn wir Begegnung und Partnerschaft auf Wahrnehmung und Begegnungsfähigkeit herunterbrechen, erleben wir mehr, als wir uns vorstellen können.
Begegnung verändert uns zutiefst. Jede einzelne Begegnung verändert uns zutiefst.
Das hat nichts mit tantrischen Übungen zu tun. Nichts mit spirituellen Ideologien. Nichts mit Emotionalität, ständiger Verletzlichkeit oder Spiegeln. Dafür kannst du einen Kurs besuchen.
Wie fühlen sich diese Worte für dich an?
Neugier. Experimentierfreude. Offenheit für Überraschung. Improvisationsfähigkeit. Kreativität. Flexibilität. Entdeckungsgeist.
Würdest du solche Eigenschaften mit Partnerschaft und Passion verbinden?
Das grösste Problem, das ich heute im Bereich Partnerschaft, Mentoring oder Coaching beobachte – egal wie du es nennen möchtest, ist ein wesentlicher Aspekt:
Der Moment, in dem wir die unmittelbare Erfahrung verändern wollen.
Durch Selbstbilder.
Durch Ablenkung.
Durch Verführung.
Durch irgendetwas, das wir kognitiv gelernt haben.
Ich sage es noch einmal:
Es ist das Vermeiden der unmittelbaren Erfahrung.
Es ist der Verlust des Kontakts zur unmittelbaren Erfahrung im Körper.
Darum regulieren wir Intensität. Wir spielen Rollen. Wir erklären Verführung, Mitgefühl und alles andere über Gehirnforschung, Nervensysteme und ähnliche Konzepte.
Das ist alles gut und recht.
Aber es hilft uns nicht, unmittelbar in der Erfahrung zu sein.
Wir funktionieren.
Wir projizieren.
Wir greifen an.
Wir ziehen uns zurück.
Wir wollen uns besser fühlen als andere und nennen das Autorität oder Selbstbewusstsein.
Wir benutzen andere Menschen, um uns gut zu fühlen. Und dann fühlen wir uns doch lustlos und sind überrascht, dass wir unsere Berührbarkeit verlieren. Nicht weil wir nicht an uns gearbeitet hätten.
Nicht weil wir unsere Schattenthemen nicht angeschaut hätten. Sondern weil uns die Fähigkeit fehlt, bei dem zu bleiben, was tatsächlich geschieht. Darum sage ich immer wieder: Ich helfe Menschen nicht, eine bessere Partnerschaft zu haben. Ich begleite sie in Erfahrungssituationen, in denen sie fühlen und spüren können, wann sie diese Unmittelbarkeit unterbrechen.
Es ist ein Wahrnehmungstraining.
Es ist die Psychologie der wahren Begegnung.
Es ist eine Partnerschaftskunst, zu der ich dich einlade.
Und so wie die Qualität deiner Partnerschaft ist, so reagierst du auch auf Marketing.
So ist dein Kaufverhalten.
So ist dein Essverhalten.
Reagierst du auf Stimulation?
Auf Ablenkung?
Auf Aktivierung?
Auf Faszination?
Auf Drama?
Oder brauchst du so wenig Input von aussen wie möglich?
Bist du wirklich von innen geführt?
Von deinem Eros?
Von deinem Körper?
Von deiner Körperweisheit?
Und wirst du skeptischer, je mehr Identität, Autorität und grosse Worte jemand benutzt?
Wundervoll.
Dann bist du hier am richtigen Ort. Wir schaffen so wenig Projektionsfläche wie möglich.
Wir sind achtsam darin, möglichst wenige neue Ideologien, Identitäten oder Konstrukte zu erschaffen – all die Dinge, die wir Menschen benutzen, um uns sicher, wichtig, gesehen, geliebt oder bedeutend zu fühlen.
Denn wir sind mehr als unser Nervensystem. Wir sind mehr als unsere Biologie. Wir sind mehr als unsere Prägung. Und dieses Mehr ist grösser als das Gegebene. Doch wir können es nicht erleben, wenn wir den Moment verlassen, die unmittelbare Erfahrung dämpfen und daraus eine Ideologie machen, einen Weg zum Selbstwert oder irgendein anderes Konzept, das wir gelernt haben.
Partnerschaftskunst und die Psychologie der wahren Begegnung sind eine Einladung in einen neuen Erfahrungsraum. Einen Raum, in dem wir uns nicht selbst optimieren. In dem wir nicht an uns arbeiten.
Sondern wahrnehmen. Tiefer wahrnehmen, als es jede Visualisation oder Meditation ermöglichen kann.
Es ist das Nicht-Vermeiden dessen, was ist.
Für aussergewöhnliche Begegnungen im Gewöhnlichsten, das es gibt und das ist erst der Anfang.
